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Review: Tricky Towers

11.10.2018 - Spiele - Ersin Ö.
Review: Tricky Towers

Wer schon einmal versucht hat, ein möglichst großes und stabiles Kartenhaus unter Zeitdruck aufzubauen, weiß, wie schwierig das sein kann. Insbesondere, wenn dann auch noch ein guter (aber fieser) Freund oder Geschwister die Karten immer wieder weg pusten, weil das eigene Kartenhaus noch nicht so eindrucksvoll aussieht. Ersetzt man nun die Karten durch Tetris-Blöcke und würzt das Ganze mit ein wenig Magie, entsteht Tricky Towers. Das kompetitive Puzzle-Spiel von WeirdBeard Games erscheint heute, am 11. Oktober 2018, im eShop für die Nintendo Switch. Im August 2016 erschien das Spiel bereits für PC und PlayStation 4. Daraufhin folgte eine Portierung durch eine Zusammenarbeit mit BlitWorks im Juli 2017 für die Xbox One sowie dieses Jahr für die Nintendo Switch. Der Entwickler hat bereits in der Vergangenheit mit 99 Bricks Wizard Academy gezeigt, dass das Spielkonzept auf anderen mobilen Geräten Erfolg haben kann. Aber wie schlägt sich das Spiel auf der Nintendo Switch?

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Der schiefe Turm von Pisa

Ein kleines bisschen mehr nach links, ein kleines bisschen mehr nach rechts. Und schon ist der Turm wieder eingestürzt. Das Spielprinzip von Tricky Towers ist schnell erklärt: Als einer von vier Magiern baut man sich in altbewährter Tetris-manier einen Turm aus Blöcken unterschiedlicher Formen auf und hofft, dass dieser nicht in sich zusammensackt. Ziel ist es, höher und schneller als die anderen Spieler zu kommen. Das simple Spielprinzip wurde hierbei aber um Physik-Elemente, Zaubersprüche und einen kompetitiven Multiplayer erweitert. Einen Story-Modus besitzt das Spiel zwar nicht, wirklich nötig ist es aber auch nicht.

Zunächst wählt jeder Spieler einen Charakter und einen Skin für die eigenen Blöcke aus. Diese variieren lediglich im Aussehen und bieten keinerlei spielerischen Unterschiede. So werden zwar alle Spieler gleichbehandelt, eine Möglichkeit zur Charakteroptimierung fehlt dadurch aber auch gänzlich. Hier verspricht der Entwickler allerdings sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Erweiterungen durch Download-Inhalte, welche neue Charaktere und Skins hinzufügen, wie beispielsweise Octodad als spielbaren Charakter im Indie Friends DLC und diverse Skins im Halloween Paket.

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Ein von oben herab leuchtender Strahl verrät dem Spieler, wo sein fallender Block landen wird. Über einen Knopfdruck kann der Block gedreht und über das Steuerkreuz auch beschleunigt werden. Die Steuerung fällt in manchen Situationen etwas unpräzise aus, sodass Blöcke zwischendurch falsch platziert werden und somit Türme zum Fall bringen. Dies mag zum chaotischen Spielablauf beitragen, ist aber auch stellenweise ärgerlich. Sowohl optisch als auch im Klang kann das Spiel punkten. Die charmante Comic-Optik und die von Jonathan vd Wijngaarden komponierte Musik ergänzen das witzige Durcheinander.

Die gegnerischen Spieler können mittels schwarzer Magie behindert werden, indem ihnen zum Beispiel riesige Blöcke oder sogar Gegenstände wie ein Piano an die Hand gegeben werden, während man selbst versucht, den eigenen Turm im Gleichgewicht zu halten. Mit weißer Magie können solch gegnerischen Zaubern entgegengewirkt werden, indem beispielsweise ein Block mit Wurzeln verzaubert wird, sodass dieser kleben bleibt und nicht mehr abrutschen kann. Zaubern kann man jedoch nicht beliebig. Erst nach dem Überschreiten einer gewissen Turm-Höhe erhält der Spieler in regelmäßigen Abständen eine Zauberaufladung, wobei man sich für den Einsatz zwischen weißer oder schwarzer Magie entscheiden muss. Insgesamt werden über 17 Zaubersprüche geboten, deren Effekte aber vorher meistens nicht absehbar sind, da sie lediglich durch Symbole dargestellt werden. Eine Übersicht oder Einführung der Zaubersprüche wäre an dieser Stelle nützlich gewesen.

Rennen, Überleben und Rätsel

Insgesamt bietet Tricky Towers drei unterschiedliche Spielvarianten, welche aber alle auf dem gleichen Spielprinzip des Blöcke-Stapelns basieren. Im Rennen-Modus gewinnt der Spieler, der als erstes eine gewisse Ziel-Höhe erreicht. Im Überleben-Modus müssen die Spieler darauf achten, dass keine Blöcke herunterfallen, da diese sonst jeweils einen von drei Lebenspunkten kosten. Die Anzahl der Blöcke ist in diesem Modus limitiert. Der Spieler, welcher am Ende noch mindestens einen Lebenspunkt übrighat und die meisten Blöcke stapeln konnte, gewinnt. Im dritten und letzten Spielmodus Rätsel begrenzt ein Laserstrahl die maximal erlaubte Höhe des Turms. Fällt ein Block herunter, erhebt sich die Plattform, auf der der Turm steht. Spieler, die den Laser berühren, scheiden aus und es gewinnt derjenige, der am Ende die meisten Blöcke unterhalb des Lasers stapeln konnte. Im Gegensatz zu manch anderen Puzzle-Spielen werden hier zwar wenige, dafür aber umso clevere und ausgereiftere Spielmodi geboten.

Darüber hinaus kann die Schwierigkeit pro Spielrunde angepasst werden. Im einfachen Modus ist beispielsweise schwarze Magie nicht erlaubt. Der normale Modus ist der Standard-Modus, wo es keine gesonderten Regeln gibt. Der Spezial-Modus hingegen ist für erfahrene Spieler gedacht, bei dem die Ziele höher angesetzt sind und zudem noch zum Beispiel Wind weht, der wackelige Türme sehr schnell zum Einsturz bringen kann. Wir haben hier leider eine Option vermisst, um individuelle Spiele mit Wunschregeln und -zaubern zu erstellen.

Herausforderungen und Mehrspieler

Im Einzelspieler-Modus können alle Spielvarianten im Endlos-Modus alleine gespielt werden. Interessant ist hierbei die Implementierung von globalen Ranglisten, in denen man sich mit Freunden als auch mit den Besten Spielern der Welt in wöchentlichen und monatlichen Listen messen kann. Alternativ kann das eigene Können in 50 Herausforderungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden auf die Probe gestellt werden. Diese erfordern bereits in den ersten Leveln Fingerspitzengefühl sowie taktisches Vorgehen, um die jeweiligen Ziele zu erfüllen.

Mit bis zu 3 weiteren Spielern kann Tricky Towers im lokalen Mehrspieler-Modus oder wahlweise auch online gespielt werden. Im Online-Modus gibt es allerdings die Einschränkung, dass nur ein Spieler pro Konsole teilnehmen darf. Auch ein Spiel mit Freunden ist nicht direkt möglich, da die Spielersuche automatisch verläuft und man hier keine weiteren Optionen angezeigt bekommt. Schade ist es allemal, aber nichtsdestotrotz weiß das Spiel im lokalen Mehrspieler-Modus sein wahres Potential zu entfalten. Mit Freunden zusammen ist ein aberwitziger Abend mit unzähligen Lachern (und womöglich auch Zankereien) garantiert.

Auch der Turnier-Modus ist eine hervorragende Ergänzung, um abwechslungsreiche Spiele zu gestalten. In diesem Modus werden mehrere Runden hintereinander gespielt und auf einer Art Stempelkarte Punkte gesammelt. Der Gewinner einer Runde erhält 3 Punkte, der Zweit- und Drittplatzierte entsprechend 2 Punkte bzw. 1 Punkt. Wer die Stempelkarte als Erster komplett ausfüllt, gewinnt das Turnier. Hierbei können kleine, mittlere oder große Turniere mit entsprechend benötigten Punkten für einen Sieg ausgewählt werden. Ein kleiner, aber feiner Bonus: Die Entwickler haben ein Turnier-Paket zum Download bereitgestellt, bestehend aus 4 unterschiedlich gefärbten Kronen und einem Turnier-Plan zum Ausdrucken sowie die benötigten Dateien, um einen Pokal mittels eines 3D-Druckers herzustellen.

Fazit

Tricky Towers ist ein Spiel, das viel mehr Taktik und Feingefühl erfordert, als es zunächst den Anschein macht. Trotz kleinerer Schwächen bei der Steuerung und der Unklarheit von manchen Symbolen, darf das Spiel auf keiner Party fehlen. Die gut durchdachten Modi spielen sich hervorragend mit Freunden im lokalen Mehrspieler-Modus und bieten abseits vom Online-Modus auch für Solospieler genug Anreize, um persönliche Bestenlisten und Herausforderungen zu schlagen. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade und der Turnier-Modus sind eine sinnvolle Ergänzung, eine tiefergehende Einstellungsmöglichkeit für individuelle Spiele haben wir allerdings trotzdem vermisst. Dass die Entwickler dem Spiel weiterhin mit (teils kostenlosen) Download-Inhalten und Extras wie dem Turnier-Paket frischen Wind verleihen, finden wir super. Insgesamt ist Tricky Towers ein aberwitziges Puzzle-Party-Spiel, das auf der Nintendo Switch gut aufgehoben ist.

Wertung: 8/10
Tricky Towers
Publisher:
WeirdBeard
Kategorien:
Party, Puzzle
Spieler:
1-4
Veröffentlichungsdatum:
Download 11.10.2018
Sprachen:
Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch
Alterseinstufung:
USK ab 0 Jahren

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