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Review: Road Redemption

19.11.2018 - Spiele - Ersin Ö.
Review: Road Redemption

Nach vielen Jahren, einigen Rückschlägen und Verzögerungen in der Planung und Entwicklung sowie einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne aus dem Jahre 2013, erschien das blutrünstige Motorrad-Rennspiel Road Redemption vom Publisher Tripwire Interactive und den Entwicklern EQ-Games und Pixel Dash Studios vergangenes Jahr letztendlich für den PC und nun auch am 6. November 2018 für die Nintendo Switch. Wir haben uns angeschaut, was der spirituelle Nachfolger der Road Rash Spielereihe taugt und welche Neuerungen auf uns warten.

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Kopfgeld in Millionenhöhe

Nachdem ein maskierter Mörder den Anführer eines wohlhabenden Waffen-Kartells getötet hat und auf diesen ein Kopfgeld von fünfzehn Millionen Dollar ausgesetzt worden ist, entfacht nun erneut ein gnadenloser Kampf zwischen den Biker-Gangs des Landes, welche jede für sich mit allen erdenklichen Mitteln die Belohnung einsacken wollen. Als neuestes Mitglied der Jackal-Gang liegt es nun am Spieler, gegen die Reapers, SIGMA und Phantoms in lebensbedrohlichen Rennen anzutreten und die Anführer der gegnerischen Gangs auszuschalten, um am Ende als reicher Sieger hervorzugehen.

Damit ist die Rahmenhandlung auch schon gesetzt, denn viel mehr zu erzählen gibt es in Road Redemption nicht. Das ist aber halb so schlimm, denn die action-geladenen Rennen erfordern die volle Aufmerksamkeit des Spielers. Innerhalb der Kampagne muss der Spieler in einer Reihe von sechszehn zufallsgenerierten Strecken diverse Ziele erfüllen, gegnerische Fahrer inklusive der Polizei mit Schlägen und Tritten sowie unterschiedlichen Waffen ausschalten und zeitgleich auf der Strecke bleiben, den Turbo zünden, dem Gegenverkehr ausweichen und zusehen, im wörtlichen Sinne nicht den Kopf zu verlieren. Das kann anfangs etwas chaotisch werden, doch gewöhnt man sich an die Steuerung und Koordinierung der einzelnen Punkte relativ schnell. Und ist das einmal geschafft, macht es unheimlichen Spaß, sein Können auf die Probe zu stellen. Die rockige Musik mit E-Gitarren und Schlagzeugen passt dabei perfekt zur Atmosphäre und bekräftigt das rasante Gameplay.

Die Strecken-Ziele sind vielfältig, aber heutzutage nichts Neues: Standard-Rennen mit einer vorgegebenen Mindestplatzierung, Zeitrennen, Überlebenskampf, Gegner ausschalten und Boss-Kämpfe. Um die generischen Fahrer eliminieren zu können, werden einem eine Auswahl an vier Waffentypen geboten: Nahkampf-Waffen (Knüppel, Hammer, usw.), Schwerter, Schusswaffen und Explosivstoffe. Erstere können Gegner bei einem Schlag verletzen oder auch den Helm abschlagen, Schwerter können Fahrer ohne Helm mit einem Schlag enthaupten, mit Schusswaffen muss während der Fahrt gekonnt mit dem rechten Analogstick gezielt werden und Explosivstoffe werden an gegnerische Fahrzeuge angebracht und explodieren in nur wenigen Sekunden, in denen sich der Spieler sofort in Sicherheit begeben sollte. Manche der Attacken können auch auf Knopfdruck geblockt und gekontert werden. Außerdem füllt sich nebenher eine Spezial-Anzeige, sodass Attacken eine Zeit lang kritischen Schaden verursachen, wenn diese voll ist. So lassen sich hartnäckige Gegner leichter besiegen, wenn man den Schadensbonus und das Blocken gekonnt einsetzt. Auch können zufällig verteilte und einsammelbare Pickups wie Power-Schilde oder Taser helfen, Schaden zu absorbieren oder Gegner zu betäuben. Insgesamt haben die Entwickler hier eine interessante und abwechslungsreiche Palette an Optionen für den Kampf geschaffen, die einerseits leicht verständlich ist, aber auch genug Tiefgang bietet, um strategische Aktionen auszuführen.

Ein Roguelite

Die Kampagne im Spiel basiert auf dem Roguelite-Prinzip. Verliert der Spieler all seine Lebenspunkte, erfordert das Game-Over einen kompletten Neustart. Doch keine Sorge: Die gewonnene Erfahrung während einer Kampagne kann dazu genutzt werden, um anschließend in einem großen Talentbaum neue Fähigkeiten und Fahrzeuge freizuschalten, die beim nächsten Durchlauf der Kampagne eingesetzt werden können. So können beispielsweise das maximale Leben oder auch das maximale Nitro angehoben sowie die Resistenz gegen Attacken oder Aufprälle verbessert werden. Um genug Erfahrung zu sammeln und den gesamten Talentbaum freizuschalten, muss eine beträchtliche Zeit in das Spiel investiert werden. Des Weiteren können fünfzehn zusätzliche Fahrer mit unterschiedlichen Boni (und auch Einschränkungen!) durch das mehrfache Abschließen der Kampagne freigeschaltet werden. Auf diese Weise bleibt etwas Motivation erhalten, am Spiel dran zu bleiben, auch wenn die anfängliche Freude am Niedermetzeln der Gegner mit der Zeit nachlässt.

Zwischen den einzelnen Fahrten kann der Spieler mit dem im Kampf erbeuteten Geld Upgrades für die laufende Kampagne kaufen, wie beispielsweise eine Rüstung, die die gewonnene Erfahrung und das erbeutete Geld jeweils um 50% erhöht, dafür aber 40% mehr Schaden durch gegnerische Attacken einsteckt. Auch Lebenspunkte können in Form von Verbänden und ähnlichem wieder erkauft werden, denn diese werden bei einem neuen Rennen nicht automatisch aufgefüllt, sondern aus dem letzten Rennen übernommen. Man sollte also stets darauf achten, genug Lebenspunkte zu haben, da bei einem verlorenen Rennen 25% der maximalen Lebenspunkte abgezogen werden. Sind dann noch genug Lebenspunkte übrig, kann ein Rennen zwar wiederholt werden, aber eben mit einem erheblichen Nachteil. Wer eine besondere Herausforderung sucht, darf sich nach erstmaligem Durchspielen der Kampagne an die Kampagne Plus wagen, in der der Schwierigkeitsgrad verdoppelt wird. So werden beispielsweise bei einem verlorenen Rennen 50% der maximalen Lebenspunkte abgezogen.

Zusammen sind wir stärker

Sein wahres Potential entfaltet Road Redemption im Mehrspielermodus. Mit einem zweiten Spieler lässt sich sowohl der Kampagnen-Modus als auch der Schnellspiel-Modus im geteilten Bildschirm bestreiten. In der Kampagne versuchen die Spieler, die Aufgaben gemeinsam zu lösen. Das vereinfacht das Abschließen der Kampagne, da die Spieler sich gegenseitig unterstützen und sogar manche der Upgrades, die man zwischen den Rennen erwerben kann, teilen. Gegner können gezielter ausgeschaltet und Aufgaben unter den Spielern aufgeteilt werden. Ja, irgendwie fühlt man sich dann wie in einer echten Gang, in der man zusammenhält und gemeinsam auf Kopfgeld-Jagd geht.

Im Schnellspiel-Modus können die Spieler gegeneinander auf einer der sechszehn Strecken aus dem Kampagnen-Modus fahren. Die Strecken müssen zwar erst durch das Erreichen einer Gold-Wertung auf den Strecken freigeschaltet werden, was aber schnell erledigt ist und auch dazu motiviert, jede Strecke abseits des Kampagnen-Modus mal anzuschauen. In diesem Modus kommt es nicht selten vor, dass sich eine Gruppe von fünf oder mehr Fahrern auf einem Haufen verprügeln und für jede Menge Spaß sorgen. Wir haben hier aber eine Art Turnier- oder Cup-Modus vermisst, bei der wir mehrere Strecken hintereinander ohne Unterbrechung fahren können.

Neben der Kampagne und dem Schnellspiel gibt es auch einen Online-Modus. Leider konnten wir keine anderen Spieler finden, aber immerhin darf man wahlweise trotzdem ein Rennen gegen 10 weitere Computergegner fahren und bekommt dafür ebenfalls Erfahrung für den Talentbaum.

Kleinere Schwächen

In den meisten Fällen läuft das Spiel flüssig und ohne nennenswerte Probleme. Allerdings sind uns in zwei Punkten Einbrüche bei der Performanz aufgefallen. Zum einen bricht die Bildrate bei einigen Strecken, insbesondere auf Gebäude-Dächern, ein, sodass es zu spürbaren Rucklern kommt. Zum anderen sind die Ladezeiten im Menü und zwischen den Rennen teilweise lang. Wir hoffen, dass der Entwickler hier die Performanz mit einem Update verbessern kann.

Fazit

Road Redemption ist ein abwechslungsreiches Rennspiel mit einem durchdachten Kampfsystem, das durch Roguelite-Elemente wie einem großen Talentbaum und freischaltbaren Fahrern, Fahrzeugen und Strecken Langzeitmotivation bietet. Die Geschichte und die unterschiedlichen Ziele für Rennen bieten zwar nichts Neues, dafür glänzt der lokale Mehrspielermodus durch witzige Spielmomente sowie einem kooperativen Modus für die Kampagne. Abseits von kleineren Performanz-Problemen, die der Entwickler hoffentlich durch Updates beheben wird, steht dem Spielspaß nichts im Wege. Insgesamt ist Road Redemption eine kurzweilige Ergänzung für die Nintendo Switch Spielebibliothek.

Wertung: 7/10
Road Redemption
Publisher:
Tripwire Interactive
Kategorien:
Action, Rennspiel
Spieler:
1-10
Veröffentlichungsdatum:
Download 06.11.2018
Sprachen:
Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch, Russisch, Spanisch
Alterseinstufung:
USK ab 18 Jahren

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